Flexible Strukturen
Fraunhofer ITWM
Der Schwerpunkt 'Flexible Strukturen' beschäftigt sich mit der Modellierung und numerischen Simulation beweglicher (elastischer, viskoser oder viskoelastischer) Objekte. Insbesondere bildet die Simulation von Fluid-Struktur-Interaktionen ein zentrales Thema dieses Schwerpunkts. Flexible Strukturen können oft durch vereinfachte Modelle in den Simulationen dargestellt werden. So ergeben sich folgende Klassen von Modellen:
- Tröpfchen, Partikel (Massepunkte)
- Fäden, Fasern, Filamente, Stapelfasern, Kabel, ... (linienförmige Objekte)
- Papierbögen, Folien (flächige Objekte)
Aus den umfangreichen Arbeiten der letzten Jahre im Bereich der Fadensimulationen ist die Software FIDYST (Fiber Dynamics Simulation Tool) entstanden. FIDYST wurde in zahlreichen Projekten zur systematischen Prozessauslegung und Prozessoptimierung im Bereich Technischer Textilien (z.B. Vlieslegung, Spinnprozesse) erfolgreich eingesetzt. Für die Simulation von Fluid-Struktur-Interaktionen werden hauptsächlich kommerzielle Strömungssimulationstools eingesetzt. Diese Strömungsdaten sind Eingabedaten für die Struktursimulationen. Eine vollständige Kopplung von Strukturdynamik und Strömungsdynamik ist in vielen Fällen über eine iterative Kopplung der Simulationstools und einer geeigneten Modellierung der Wechselwirkung zwischen Strömung und Struktur möglich.
Speziell für Spinnprozesse in der Vliesproduktion werden stochastische Modelle entwickelt, welche die Fadenablage auf dem Transportband beschreiben. Nach Analyse der deterministischen und stochastischen Eigenschaften der Fadenablage aus einer FIDYST-Simulation können mit den stochastischen Modellen sehr schnell ganze Vliesstoffe berechnet und anschließend analysiert werden.