Optik, Strahlung, Wärme
Fraunhofer ITWM
Freiformlinsen oder -reflektoren können zur gezielten Ausleuchtung von Flächen gemäß einer fixen Vorgabe benutzt werden. Da keine weiteren Elemente zum Projizieren oder Abblenden erforderlich sind, erreicht man mit Freiformoptiken eine optimale Lichtausbeute mit einer minimalen Optik. Aber wie muss die Oberfläche einer Linse oder eines Reflektors aussehen, um das Licht entsprechend zu verteilen? Das Fraunhofer ITWM hat einen sehr schnellen, robusten Algorithmus entwickelt und in Software implementiert, der das geforderte Beam Shaping beherrscht.
Neben dem Optikdesign und Strahlung im sichtbaren Bereich beschäftigt sich der Schwerpunkt mit dem Strahlungstransport im infraroten Bereich, der Wärmestrahlung, und mit Wärmeleitung.
Wärmestrahlung muss in vielen Anwendungen berücksichtigt werden:
- die Abkühlung von Glas erfolgt neben Wärmeleitung im Wesentlichen durch Wärmestrahlung
- die Hyperthermie verwendet Laserstrahlung, um Tumoren gezielt durch Wärme zu zerstören.
So führt eine falsche Glaskühlung zu ungewollten thermischen Spannungen und zur möglichen Zerstörung des Produkts. Kommerzielle Softwaretools sind oftmals nicht in der Lage Probleme, bei denen Wärmestrahlung berücksichtigt werden muss, effizient zu lösen. Die Entwicklung numerischer Verfahren, die den Anforderungen der Praxis gerecht werden, ist eine Kompetenz dieses Schwerpunkts. Die im Bereich der Wärmeleitung gesammelten Erfahrungen können auch für Diffusionsprozesse genutzt werden. Als Beispiel sei hier die Pharmakokinetik im Innenohr nach lokaler Medikamentenapplikation genannt.
Sehr oft sind die für eine Simulation notwendigen Materialparameter unbekannt und können auch nicht durch eine direkte Messung bestimmt werden. Eine Spezialität des Schwerpunkts ist das Lösen solcher so genannter inverser Fragestellungen, wie der Parameteridentifikation oder eben auch das oben beschriebene Optikdesign.
Die nachfolgenden Beispiele geben einen kleinen Einblick in die Arbeit des Schwerpunkts.