EMERGENT

Fraunhofer ITWM

Das Projekt EMERGENT wird von Partnern des Spitzenclusters »Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen« durchgeführt. Dieser ist geographisch im Südwesten Deutschlands angesiedelt und konzentriert sich auf die Region um die Zentren der Softwareentwicklung Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf, also auf die Geburtsstätte der Unternehmenssoftware, die seit den 70er Jahren mit Softwareinnovationen den Weltmarkt erobert hat: SAP R/3 (SAP AG), ADABAS (Software AG) und ARIS (IDS Scheer AG). Inzwischen ist Unternehmenssoftware eine der wichtigsten Branchen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), da sie die Leistungsfähigkeit von Unternehmen in allen Bereichen erhöht: Material-, Personal-, Finanz-, Betriebs- und Absatzwirtschaft, Produktionsplanung und -steuerung, Logistik sowie Management von Produktlebenszyklen, Lieferketten und Kundenbeziehungen. Deutschland ist in der Erstellung solcher Software führend.

Ziel des Software-Clusters ist es, die Transformation von Unternehmen, die IKT bisher nur als Werkzeug zur Unterstützung ihrer traditionellen Prozesse verwenden, zu vollständig digitalen Unternehmen zu ermöglichen, in denen IKT der entscheidende Treiber für Produkt- und Prozessinnovationen ist. Digitale Unternehmen arbeiten in hochflexiblen Internet-basierten Unternehmensnetzen und richten ihre Geschäftsmodelle und -prozesse dynamisch darauf aus. In digitalen Unternehmen stehen alle Daten über Prozesse, Betriebsmittel und Ressourcen der realen Unternehmenswelt in genauer zeitlicher und räumlicher Auflösung für Planung, Steuerung und Optimierung jederzeit zur Verfügung.

Der Cluster »Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen« adressiert zukünftige Unternehmenssoftwarelösungen. Hierbei spielen das Konzept der emergenten Software und der Leitbegriff Emergenz eine entscheidende Rolle:

Emergenz ist die spontane Herausbildung von Phänomenen oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems auf der Grundlage des Zusammenspiels seiner Elemente. Dabei lassen sich die emergenten Eigenschaften des Systems nicht offensichtlich auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen.

Übertragen auf Unternehmenssoftware kombiniert emergente Software dynamisch und flexibel eine Vielzahl von Komponenten unterschiedlicher Hersteller, um die hochkomplexen Anforderungen digitaler Unternehmen zu erfüllen. Emergente Software passt sich dynamisch an die Anforderungen aus dem Markt und im Geschäftsumfeld an, unterstützt komplexe und dynamische Unternehmensnetzwerke, und ermöglicht innovative Dienstleistungen auf den Märkten des zukünftigen Internet.

Ausgehend von der Überzeugung, dass leistungsfähige Verfahren zur Analyse von Unternehmensdaten Standardkomponenten in moderner Unternehmenssoftware sein sollten, die auch von Nichtexperten nutzbar sind, befasst sich die Abteilung Systemanalyse, Prognose und Regelung in EMERGENT mit dem Problem der Erklärungsfähigkeit von Data Mining Verfahren: Diese sollen in die Lage versetzt werden für Nichtexperten verständliche Erklärungen zu den erhaltenen Analyseergebnissen zu erzeugen.

Weiter verfolgt die Abteilung die Idee von Emergenz, die durch Kombination von Data Mining Services entsteht: Die digitale Vernetzung von Unternehmen ermöglicht einerseits die simultane Analyse der Datenbestände der vernetzten Unternehmen und andererseits die Kombination bereits in den Einzelunternehmen vorhandener Analyseergebnisse. Die daraus sich ergebenden Implikationen zu Themen wie z.B. Geheimhaltung oder Übertragbarkeit von Analysen betreffen auch die Data Mining Verfahren selbst. An deren Adaption an die neuen Möglichkeiten wird im Projekt gearbeitet.

Further Information

  • Type of Project: BMBF Project
  • Projectpartners:
    • 1&1
    • DFKI
    • eyeled
    • Fraunhofer Instituts: IESE, IGD, ITWM
    • IDS Scheer
    • IMC
    • Insiders
    • intelligent views
    • John Deere
    • KIT
    • Kobil
    • mineway
    • proAlpha
    • Software AG
    • SAP
    • SEEBURGER
    • sieda
    • Sirrix
    • TU Darmstadt, TU Kaiserslautern, Universität des Saarlandes
  • Duration: July 2010 - June 2013