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Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM

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14.12.2016

Das Wissenschaftssystem der Moderne – Systemtheorie beim »Blick über den Tellerrand«

Das Wissenschaftssystem der Moderne stand im Fokus des »Blick über den Tellerrand« im Dezember. Prof. Dr. Rudolf Stichweh referierte über dessen Entstehung und Strukturen – ein Abriss der modernen Wissenschaft zwischen Autonomie und Wiederverknüpfung.

Wer sich schon mal mit der Luhmannschen Systemtheorie beschäftigt hat, dem wurde nach wenigen Minuten klar, welcher Schule sich Prof. Dr. Rudolf Stichweh nahe fühlt. In einer Dreischritt-Argumentation beschreibt der Referent im »Blick über den Tellerrand« die Entstehung und Entwicklung des modernen Wissenschaftssystems.

Das moderne Wissenschaftsystem ist …

»Ich bin Soziologe« betont Stichweh immer wieder und als Soziologe analysiert er »in Umrissen«, was Wissenschaft in ihrer Struktur für uns heute heißt. Dabei schreibt er dem System Schlagworte wie »universell« oder »global« zu. Weltwissenschaft ist nicht regional oder national gebunden. Die Entstehung von Forschung gilt als internationale Neuheitssuche. Netzwerke, Interaktion sowie neue Kommunikations- und Publikationsformen werden immer wichtiger. Gleichzeitig entstehen aber auch immer mehr wissenschaftliche Disziplinen; neben dem Kollektivsingular »Wissenschaft« findet eine interne Differenzierung und Autonomisierung statt.

Wer sagt der Wissenschaft, welche Probleme sie lösen soll?

Aus seiner Beschreibung entwickelt Stichweh schließlich einen Ansatz für die Fragestellung, wie sich die Wissenschaft mit den Erwartungen ihrer gesellschaftlichen Umwelt verknüpft. Denn wer sagt der Wissenschaft, welche Probleme sie lösen soll? Wer entscheidet, welche gesellschaftlichen Probleme wirklich relevant sind? Als Fallbeispiele zieht er die beiden Weltprobleme »Klimawandel« und »steigende soziale Ungleichheit« heran, die auch in der lebhaften Diskussion wieder aufgegriffen wurden.

Zunehmend gilt in der Gegenwart, dass die Wissenschaft selbst die Probleme identifiziert und definiert, die anschließend von gesellschaftlichen Institutionen der Wissenschaft als ihre Aufgabe zugewiesen werden. Das ist paradox, aber eben auch real. Stichweh lässt seine Zuhörer mit neuen Perspektiven zurück, eben ein ganz neuer »Blick über den Tellerrand«.

Die Vortragsreihe »Blick über den Tellerrand«

Einmal im Monat öffnet das ITWM die Türen für alle Interessierten und lädt beim »Blick über den Tellerrand« dazu ein, gemeinsam den Horizont zu erweitern. Die interdisziplinäre Vortragsreihe des Felix-Klein-Zentrums für Mathematik präsentiert unterschiedliche Referenten mit verschiedenen Themen aus Wissenschaft und Forschung. Jeder ist herzlich eingeladen und der Eintritt ist frei.

Am 24. Januar 2017 findet der nächste Tellerrand statt. Zum Thema »Franz Schuberts Winterreise« referiert Frieder Reininghaus mit illustrativen Hörbeispielen des klassischen Chores der TU Kaiserslautern.

Mehr Infos zu den Veranstaltungen des Felix-Klein-Zentrums für Mathematik

Bildergalerie zum Tellerrand


Einmal im Monat öffnet das ITWM die Türen für alle Interessierten und lädt beim »Blick über den Tellerrand« dazu ein, gemeinsam den Horizont zu erweitern. Die interdisziplinäre Vortragsreihe des Felix-Klein-Zentrums für Mathematik präsentiert unterschiedliche Referenten mit verschiedenen Themen aus Wissenschaft und Forschung.

In einer Dreischritt-Argumentation beschreibt Prof. Dr. Rudolf Stichweh im »Blick über den Tellerrand« die Entstehung und Entwicklung des modernen Wissenschaftssystems.

Nach dem Vortrag ging Stichweh in die Diskussion mit seinen Zuhörern.