Planungsaufgaben mit hoher Komplexität

Bei der Planung einer Therapie müssen mehrere Qualitätskriterien wie etwa die Heilungschancen und Nebenwirkungsrisiken berücksichtigt und für jeden Patienten individuell gegeneinander abgewogen werden.

Systemische Therapien

Die Behandlungsplanung für komplexe Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlangt Medizinern vielschichtige Entscheidungen ab. Therapiekonzepte müssen eingehend auf ihre Indikation geprüft und Heilungschancen und Therapierisiken sorgsam gegeneinander abgewogen werden. Unter den typischen Rahmenbedingungen der medizinischen Praxis wie hohem Zeitdruck und eingeschränkt zugreifbarer Referenzliteratur werden fehlerfreie Entscheidungen für optimale Therapiekonzepte zu einem schwierigen Unterfangen.

Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme stellen für Mediziner eine große Hilfe bei der  Behandlungsplanung dar. Wissensdatenbanken bieten schnellen Zugriff auf medizinisches Fachwissen, auf Prädikatenlogik basierende Algorithmen ermöglichen die automatische Indikationsprüfung und Verfahren der mehrkriteriellen Entscheidungsfindung unterstützen die Abwägung von Heilungschancen und Therapierisiken.

Mediziner können assistiert von solchen Systemen zügig und fehlerfrei Therapieentscheidungen für eine optimale Behandlung ihrer Patienten treffen.

Projektbeispiel: Senologieassistenz

Der Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und Todesursache bei Frauen. Die Therapie besteht in der Regel in einer passenden Kombination aus Operation sowie Chemo-, Hormon- und Strahlentherapie. Im Fokus dieses Projektbereiches steht die datenbasierte Erstellung patientenindividueller Therapievorschläge mit Hilfe mathematischer Entscheidungsunterstützung.

Der behandelnde Arzt plant Brustkrebstherapien gemäß seiner medizinischen Expertise anhand von allgemeinen Therapiestandards, medizinischen Veröffentlichungen und im System erfassten Patientenhistorien. Dies erfordert die Bewältigung einer großen Datenmenge sowie deren effiziente Nutzung zur Erstellung verlässlicher, datenbasierter Modelle, die auch während des Betriebs anhand neuer Daten verbessert werden können.

 

Planungssoftware SenoAssist

Die Modelle werden in einem interaktiven Softwareprototypen so aufbereitet, dass der Arzt in der Gestaltung einer bestmöglichen, patientenindividuellen Therapie unterstützt wird. Das Projekt Senologieassistenz adressiert diese Herausforderungen mit der Entwicklung der Planungssoftware SenoAssist. Zentrale Projektinhalte sind:

  • die Administration von planungsrelevanter Information von historischen und zu aktuellen Patientenfällen und Therapiekonzepten auf datenbasierten Modellen;
  • die Nachbildung medizinischer Planungsabläufe als regelbasierte Systeme und sequentielle Entscheidungsfindung;
  • die Entwicklung von Softwarefeatures zur Therapieplanung mittels mehrkriterieller Entscheidungsfindung.
Senologie
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Mammogramm.

Projektpartner

Kliniken Essen-Mitte - Senologie/Brustzentrum