Hernienraten minimieren

Viele chirurgische Eingriffe an Patienten bedingen die Öffnung der Bauchwand, die nach dem Eingriff wieder verschlossen werden muss. Eine mögliche Komplikation ist die Hernienbildung. Am ITWM haben wir uns zum Ziel gesetzt die chirurgisch handhabbaren Parameter des Bauchverschlusses mechanisch so zu optimieren, dass Hernienraten minimiert werden.

Optimierung des Bauchverschlusses nach Laparotomie

Optimierung des Bauchverschlusses nach Laparotomie
© ITWM

Optimierung des Bauchverschlusses nach Laparotomie

Viele chirurgische Eingriffe an Patienten, ca. 100,000 jährlich in Deutschland, bedingen die Öffnung der Bauchwand (Laparotomie), die nach dem Eingriff wieder verschlossen werden muss. Eine mögliche Komplikation ist die Hernienbildung (Bauchwanddurchbruch), die nach Studien bei 10-20% der Patienten auftritt. Ursachen und Risikofaktoren für diese Komplikation sind noch nicht vollständig aufgeklärt, es ist aber klinisch akzeptiert dass die Mechanik der Bauchwand, der Wunde und des Verschlusses eine entscheidende Rolle spielt.

 

Chirurgisch handhabbare Parameter

Am ITWM haben wir uns zum Ziel gesetzt die chirurgisch handhabbaren Parameter des Bauchverschlusses, das Faden-Stichmuster und die Verwendung sogenannter Hernien-Netze zur Bauchwandverstärkung, mechanisch so zu optimieren dass Hernienraten minimiert werden.

In einer abgeschlossenen Vorstudie wurde das Stichmuster für den Bauchverschluss in einem rudimentären Bauchwandmodell optimiert. In ein FE-Modell der offenen Bauchwand wurde ein Stichmuster appliziert, die mechanischen Spannungen berechnet und über einen steuernden Optimierungs-Algorithmus minimiert.