Herausforderung Formaldehyd

Aufgrund der chemischen Reaktionen des Formaldehyds mit den Lösungsmitteln, in denen er technisch eingesetzt wird, stellen sich in der Formaldehyd Verfahrenstechnik zahlreiche spezielle Herausforderungen. Wir verfügen über fast 30 Jahre Erfahrung in fast allen Aspekten dieses Gebiets von der experimentellen Untersuchung und Modellierung der Stoffdaten, über die Entwicklung von Prozessmodellen, bis hin zur Entwicklung von Neuverfahren.

Formaldehyd Verfahrenstechnik

Formaldehyd ist ein wichtiges Zwischenprodukt in der chemischen Industrie. Er wird durch Oxidation aus Methanol hergestellt und ist ein zentraler Baustein der C1-basierten chemischen Wertschöpfungskette, die auf den in Zukunft immer wichtiger werdenen Rohstoffen Erdgas und Biogas basiert.

Formaldehyd
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Formaldehyd

Formaldehyd ist hochreaktiv und wird praktisch immer in wäßrigen, methanolhaltigen Lösungen eingesetzt. Mit Wasser und Methanol bildet er Oligomere, so dass die Formaldehydlösungen komplexe reagierende Vielstoffgemische sind. Die Modellierung von physikalisch-chemischen Eigenschaften dieser Systeme ist anspruchsvoll.

Der Lehrstuhl für Thermodynamik (LTD) verfügt seit Jahrzehnten über Erfahrung mit diesen Systemen. Auf Basis von Modellen wurden am LTD in Industriekooperationen zahlreiche Prozesse aus dem Bereich der Formaldehyd-Verfahrenstechnik ausgelegt und optimiert. Hierzu zählen auch Neuverfahren für Formaldehyd-Folgeprodukte wie Trioxan oder Methylal.

Aktuelle Arbeiten befassen sich mit der Synthese von Poly(oxymethylen)dimethylethern (OME), welche als Kraftstoffadditive zur Rußminderung in Dieselmotoren eingesetzt werden können. Außerdem wurde in den letzten Jahren die Formaldehyd-Leimharzsynthese untersucht.