Innovationszentrum für Applied System Modeling gegründet

Presseinformation / 20.1.2010

»Science meets Engineering« unter diesem Motto tritt seit Januar 2010 das neue Kaiserslauterer Innovationszentrum auf. Um vorhandene Kooperationen zu verstärken, rücken die beiden Fraunhofer-Institute für Experimentelles Software Engineering IESE und für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM sowie die Fachbereiche Informatik und Mathematik der TU Kaiserslautern noch enger zusammen.

Auftaktveranstaltung Innovationszentrum für Applied System Modeling.
© Foto ITWM

Auftaktveranstaltung Innovationszentrum für Applied System Modeling.

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Für das Innovationszentrum ist eine Laufzeit von acht Jahren geplant; in den ersten vier wird es mit insgesamt 12,8 Mio Euro gefördert. Geldgeber sind das Land Rheinland-Pfalz mit 6,4 Mio Euro sowie die Fraunhofer-Gesellschaft und die Kaiserslauterer Fraunhofer-Institute, die zusammen Eigenmittel in gleicher Größenordnung aufbringen werden. Aus Forschungskooperationen und Aufträgen werden weitere rund 3 Mio Euro in der ersten Phase erwartet.

Im »Innovationszentrum für Applied System Modeling« sollen gemeinsame Strategien und Projekte effizienter vorangetrieben werden, die letztendlich zur Schaffung neuer Geschäftsfelder in innovativen Feldern der angewandten Mathematik und Informatik führen sollen. Mit dem neuen Innovationszentrum tragen die Mathematik und die Informatik zur weiteren Profilstärkung des Standorts Kaiserslautern bei. Beide Querschnittstechnologien stellen Verbindungen zwischen zahlreichen Anwendungsfeldern her; ohne Mathematik und Informatik ist eine hochtechnisierte Lebensumwelt undenkbar, denn jedes innovative Produkt basiert mittlerweile auf Informationstechnologie und virtuellen Entwicklungsschritten.

Vernetzung am Standort Kaiserslautern

»Die TU Kaiserslautern sieht in der Einrichtung des Innovationszentrums mit der Querschnittsaufgabe Nachwuchsförderung die Chance, ihre besonderen Stärken in der Graduiertenausbildung weiter auszubauen. Die weitere Vernetzung der anwendungsorientierten Forschungsrichtungen der TU Kaiserslautern im Verbund mit den Fraunhofer-Instituten fördert entscheidend den Prozess der Profilschärfung der Universität«, so Prof. Burkard Hillebrands, Vizepräsident für Forschung und Lehre der TU Kaiserslautern.

Kaiserslautern bietet sich an als Standort für ein Innovationszentrum, denn in Forschung und Lehre belegen die Fachbereiche Mathematik und Informatik seit Jahren Spitzenplätze in den deutschen Hochschul-Rankings. »Das Innovationszentrum führt die Kompetenzen der Ingenieurwissenschaften und der Mathematik/Informatik in gemeinsamen Entwicklungsprojekten zusammen. Mittelfristig entstehen daraus neue Geschäftsfelder, die die Wettbewerbsfähigkeit der Kaiserslauterer Fraunhofer-Einrichtungen nachhaltig verstärken«, sagt Prof. Dieter Prätzel-Wolters, Leiter des Fraunhofer ITWM. Prof. Dieter Rombach, Leiter des Fraunhofer IESE, ist überzeugt, dass »schnelle Innovation von enger Kooperation zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung lebt. Diese bereits in der Vergangenheit auf Projektebene erfolgreich umgesetzte Praxis wird mit dem Innovationszentrum Kaiserslautern nun institutionalisiert und breiter aufgestellt«.

Die große Praxisnähe dieser Disziplinen beweisen nicht zuletzt die beiden Fraunhofer-Institute, die sich Mitte der 90er Jahre aus den Fachbereichen entwickelt haben und weiterhin eng mit ihnen verzahnt sind. Hinzu kommt die mit Unterstützung des Landes im Jahr 2005 gegründete Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM. Auch sie stehen für das Motto des neuen Zentrums: »Science meets Engineering«.

Ausgelotet werden soll in den kommenden Jahren das Innovationspotenzial unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien, virtuelle Produktentwicklung für Fahrzeugtechnologien, eingebettete Softwaresysteme und Software-Konstruktion für parallele Rechnerarchitekturen. Fachlich decken diese Projekte die derzeit aktuellen Problemfelder der angewandten Mathematik und der Informatik ab.