Keyvisual Blick über den Tellerrand
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Keyvisual Blick über den Tellerrand
Keyvisual Tellerrand September 2021
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Covid-19, Healthcare and Business Concept. Fat businessman miniature figure people standing under surgical face mark with copy space.

Tellerrand im September

Am 14. September 2021 referiert Prof. Dr. Stephan Luckhaus, Seniorprofessor am Mathematischen Institut der Uni Leipzig, in einem Online-Fachvortrag zum Thema »Covid 19, die Gleichungen des Oberstleutnants McKendrick und der Mathematiker als Detektiv«.

Vortragsreihe »Blick über den Tellerrand«

Einmal im Monat öffnet das ITWM die Türen für alle Interessierten und lädt beim »Blick über den Tellerrand« dazu ein, gemeinsam den Horizont zu erweitern. Die interdisziplinäre Vortragsreihe des Felix-Klein-Zentrums für Mathematik präsentiert dabei ganz besondere Perspektiven zu ganz unterschiedlichen Themen aus Wissenschaft und Forschung.

Spannende Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Bereichen referieren und diskutieren mit den Gästen am ITWM. Jeder ist herzlich eingeladen und der Eintritt ist frei. Im Moment findet alles digital statt.

Blick über den Tellerrand

Unser Tellerrand geht digital weiter.

Dieser Vortrag in der Reihe »Blick über den Tellerrand« ist Teil der Felix-Klein-Herbstschule für die Felix-Klein-Stipendiaten und im Format »Spezial« als mathematischer Fachvortrag konzipiert. Der Vortrag mit Fachdiskussion findet aus diesem Grunde auch schon um 15 Uhr statt und richtet sich insbesondere an ein ausgewähltes Publikum mit einschlägiger mathematischer Vorbildung.
 

Wann: 

Dienstag, 14. September 2021
von 15:00 Uhr bis 16.30 Uhr
 

Online-Fachvortrag 
»Covid-19, die Gleichungen des Oberstleutnants McKendrick und der Mathematiker als Detektiv«

Die State-of-the-Art-Modelle der mathematischen Epidemiologie wurden 1914 von dem Malaria-Forscher McKendrick entwickelt. Es war eine Weiterentwicklung des einfacheren SIR-Modells, welches er schon 1912 vorgestellt hatte. Als SIR-Modell (Susceptible-Infected-Removed Model) bezeichnet man in der mathematischen Epidemiologie, einen klassischen Ansatz zur Beschreibung der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten mit Immunitätsbildung. Der mathematische Typ ist der Boltzmann-Gleichung ähnlich, an der sich McKendrick orientierte. Tellerrand-Referent Prof. Dr. Stephan Luckhaus, Seniorprofessor am Mathematischen Institut der Universität Leipzig, erläutert, was diese Gleichungen beschreiben und wie sie mit dem einfacheren Modell zusammenhängen. Schließlich geht er auf den Zusammenhang mit Statistik und statistischer Mechanik ein. Am Beispiel von drei kleineren Studien und den Daten des Robert Koch-Instituts, zeigt er, wie man mit statistischen Methoden zusätzliche Information, z. B. über Dunkelziffern, gewinnt.


Referent: Prof. Dr. Stephan Luckhaus, Seniorprofessor am Mathematischen Institut der Universität Leipzig

Stephan Luckhaus studierte Mathematik mit Nebenfach Physik in Münster, promoviert 1978 in Heidelberg und habilitiert sich dort 1988. Im gleichen Jahr erhält er den Ruf auf eine Professur für Angewandte Mathematik an der Universität Bonn. 1997 wechselt er auf eine Professur für Mathematische Optimierung an der Universität Leipzig.

Er befasst sich mit partiellen Differentialgleichungen, insbesondere elliptisch-parabolischen Systemen, bei denen er einen Existenzsatz mit Hans Wilhelm Alt bewies, Flüssen in porösen Medien (zum Beispiel Grundwasser, Erdöl), harmonischen Abbildungen, Homogenisierung und Phasenübergängen. Bei freien Randwertaufgaben (Stefan-Problem) bewies er einen Existenzsatz für Mehrkomponentendiffusion und einen Existenzsatz der globalen Lösung für Systeme mit Gibbs-Thomson-Gesetz an Grenzflächen. Luckhaus betrachtete auch medizinische und biologische Anwendungen wie Modelle für maligne Krebszellen und Ausbreitung von Malariaerregern im Körper.

 

Hintergrundinformationen: Fraunhofer ITWM vs. Corona

Auch unsere Forschung im Projekt EpideMSE arbeitet mit erweiterten klassischen Modellen zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten (den sogenannten SIR oder SEIR-Modellen). Von einem Team des Fraunhofer ITWM wurden klassische Modelle ausgebaut, um die Ausbreitung der Covid-19-Infektion besser prognostizieren zu können. Das Kürzel EpideMSE steht dabei für Epidemiologische Modellierung, Simulation und Entscheidungsunterstützung von Covid-19.

Mehr zu diesem Projekt unter anderem hier im Interviewoder einer der passenden Pressemitteilungen.

 

Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Karl-Heinz Küfer, Bereichsleiter »Optimierung« und Abteilungsleiter »Optimierung – Operations Research«, Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM, moderiert.

 

Technische Hinweise

Die Veranstaltung findet in Form einer Videokonferenz mit MS Teams statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail über Ihren hauseigenen Verteiler.

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