And to go from there – Mentoring unterstützt nicht nur fachlich

Porträt Mentoring-Team Felix-Klein-Stipendium

Dr. Almut Eisenträger hat als Felix-Klein-Mentorin bereits drei Stipendiatinnen und Stipendiaten betreut. Generell ist sie trotz ihrer jungen Jahre schon ein »alter Hase« in Sachen Mentoring, denn während ihres Studiums war sie bereits CyberMentorin – also Ansprechpartnerin für Schülerinnen in MINT. »Als ich dann hier vom Mentoring-Programm bei der Felix-Klein-Akademie gehört habe, war sofort klar für mich, dass ich mitmachen möchte«. Ihren ersten Stipendiaten hat die Mathematikerin zwei Jahre lang bei seinem Masterstudium begleitet. Er ist gerade fertig geworden und sie halten weiterhin Kontakt. »In meiner zweiten Runde bekam ich einen Bachelor-Studenten dazu, den ich auch weiterhin betreue und jetzt Selina als neue zweite Mentee«.

Mentoring-Team Almut Selina
© Fraunhofer ITWM

Sie sind eins der sechs neuen Mentoring-Teams: Dr. Almut Eisenträger und Selina Maren Meiers.

Vom Hunsrück nach Lautern für die Mathematik

Selina Maren Meiers hat im Herzen des Hunsrücks in Morbach ihr Abitur gemacht und startet jetzt mit ihrem Mathe-Bachelorstudium an der TU Kaiserslautern. Das war für die zielstrebige 20-Jährige schon lange der Plan: »Zum ersten Mal war ich in Kaiserslautern im Rahmen des Schülerinnentages der Uni 2016. Nach diesem stand für mich fest, dass ich an der TU studieren möchte«, so die neue Felix-Klein-Stipendiatin.

Für die Herbstschule musste es wohnungstechnisch schnell gehen: »Noch bin ich nicht hierhergezogen, da ich mein Zimmer im Studentenwohnheim erst zum Semesterbeginn beziehen kann. Darum bin ich diese Woche über in einer WG untergebracht«. Aber da konnten ihr die Beziehungen über das Stipendium schon weiterhelfen, denn der Fachbereich hat den Kontakt zur WG hergestellt.

Reale Probleme mit angewandter Mathematik lösen

Ihre Mentorin hat sie schon vor einigen Wochen kennengelernt: »Almut hat mir das Institut und ihre Arbeit vorgestellt. Ich hoffe, in Zukunft vor allem einen Blick über ihre Schulter und auf das Arbeiten mit der Mathematik zu werfen«.  Auf den Bezug zur Praxis freut sie sich auch in der Herbstschule: »Ich finde es sehr interessant, zu sehen, wie abstrakte Konzepte aus der Mathematik genutzt werden, um reale Probleme zu beschreiben und zu lösen«.

Und genau damit hatte sie es in dieser Woche zu tun: Angewandte Mathematik und komplexe Probleme. In ihrer Gruppe »Planning the Optimal Product Inspection« stand die Qualitätskontrolle von Produkten im Fokus. Die Qualität jedes einzelnen Produkts um uns herum wurde irgendwann mal überprüft. Bei manchen Produkten geht es dabei um Leben und Tod, wie z.B. Autobremsen oder Herzschrittmachern. Hier kommen optische Inspektionssysteme und Algorithmen ins Spiel. Arbeitssprache ist Englisch, aber das ist für Selina Meiers kein Problem, im Gegenteil: »Ich bin tatsächlich in meinem favorisierten Projekt gelandet. Und da ich die englische Sprache liebe, habe ich mich darüber gefreut«

Selina bei Gruppenarbeit
© Fraunhofer ITWM

In der Gruppenarbeit zum Thema »Planning the Optimal Product Inspection« geht es konzentriert zu. Es dreht sich zwar alles um die Inspektion an der Oberfläche, aber mathematisch geht es in die Tiefe.

Arbeiten im Team: Chance und Herausforderung

Als Ersti ist es trotzdem nicht immer leicht mitzuhalten: »Auch, wenn ich selbst noch nicht viel beisteuern kann, ist es sehr interessant, die Zusammenarbeit in einem solchen Team zu erleben. Ich bekomme zum Glück auch viel erklärt«. Genau darauf kommt es bei der Herbstschule an. Es geht nicht darum, von Anfang an alles zu verstehen, sondern sich gemeinsam Herausforderungen zu stellen. Das sieht die neue Felix-Klein-Stipendiatin genauso: »Am besten gefallen hat mir bis jetzt, wie freundlich mich meine Teamkollegen aufgenommen und direkt integriert haben. Ich freue mich auf die weitere Entwicklung unseres Projektes und darauf, zu sehen, was die anderen Gruppen am Ende der Woche präsentieren und mit welchen Mitteln sie gearbeitet haben«.

Darauf sind alle Beteiligten gespannt. Auch Almut Eisenträger ist immer wieder überrascht, wie sich Projekte und Studis entwickeln und umschreibt die Aufgabe einer guten Mentorin: »Ich denke, es ist wichtig, sich für die Mentees, deren Leben und ihren Erfolg zu interessieren ... and to go from there«. Von dort aus weitermachen, heißt es dann auch für Selina Maren Meiers nach der Herbstschule und zwar mit dem Start des Studiums im Oktober. Wir wünschen viel Erfolg!

 

Mehr Infos zum Stipendium des Felix-Klein-Zentrums für Mathematik

Laborführung
© Fraunhofer ITWM

Zur Auflockerung gibt es zwischendurch passend zum Thema Oberflächeninspektion eine Laborführung.