Statistische Methoden in der Betriebsfestigkeit

Seminar

Etwa einmal im Jahr bietet unser Bereich ein dreitägiges Seminar zum Thema »Statistische Methoden in der Betriebsfestigkeit« an.

 

Zum Inhalt

Bei der Auslegung und Beurteilung mechanisch beanspruchter Bauteile hinsichtlich ihrer Betriebsfestigkeit spielen statistische Methoden eine zentrale Rolle. Dies beginnt mit der Festlegung der Bemessungsgrundlagen:

  • Wie modelliert man unterschiedliche Nutzungsarten und Kundenbeanspruchung?
  • Welche Einflussgrößen sind dabei wichtig, welche eventuell redundant?
  • Wie übersetzt man diese in Teststrecken oder Prüfprogramme?
  • Welche Ausfall(un)wahrscheinlichkeiten muss man wie nachweisen?

Schließlich muss man die Versuche zum Nachweis der Festigkeit mit statistisch abgesicherten Verfahren auswerten. Dies gilt für vergleichsweise einfache Bauteilversuche ebenso wie für sehr teure und lang laufende Ganzfahrzeugversuche. Die optimale Planung solcher Versuche ist ein entscheidender Punkt. Sollte man viele kurze Versuche (Durchläufer) machen oder besser sehr wenige längere? Wie kann man aus wenigen Versuchen das Maximum an Information und Nutzen ziehen?

Referenten

 

Veranstaltungsort

Das dreitägigie Seminar findet an unserem Institut, Fraunhofer-Platz 1, 67663 Kaiserslautern statt.

 

Kosten und Anmeldung

Die Teilnahmegebühr beträgt 1740 € und beinhaltet die Tagungsunterlagen sowie Mittagessen und Getränke. Die Anmeldung zur jeweiligen Veranstaltung erfolgt über die E-Mail MDF.Seminare@itwm.fraunhofer.de oder die Faxnummer +49 (0)6 31 / 3 16 00-10 99.

Programm

Üblicherweise sieht der Ablauf des Seminars wie folgt aus. Änderungen werden auf der Veranstaltungsseite des aktuellen Seminars bekanntgegeben.

1. Seminartag (10.00 – 17.30 Uhr)

  • Grundbegriffe der beschreibenden Statistik
    • Zufallsvariable, Mittelwert, Varianz
    • Quantile und Median
    • Boxplots und Histogramme
  • Verteilung und Dichte von Zufallsvariablen
    • Gauß, Weibull, Log-Normal
    • Ausfallraten
    • Zentraler Grenzwertsatz
  • Schätzung von Verteilungen
    • Wahrscheinlichkeitspapier
    • Maximum Likelihood
  • Bootstrap- und Monte-Carlo-Verfahren


2. Seminartag (8.30 – 18.00 Uhr)

  • Sensitivität und Robustheit
    • Anwendungsbeispiel Karosserie-Schweißpunkte
  • Modellierung und Auswertung von Lebensdauerversuchen
    • Kleine Stichprobenumfänge
    • Durchläufer und zensierte Daten
    • Konfidenzintervalle
  • Statistische Testmethoden
    • Formulierung von Hypothesen
    • Konsumenten- und Produzentenrisiko
  • Planung von Lebensdauerversuchen
    • Weibull vs. Lognormal
    • Viele kurze oder wenige lange Versuche?
    • Success Runs und Weibullanalyse


3. Seminartag (8.30 – 16.00 Uhr)

  • Auswertung von Wöhlerversuchen
  • Regression und Varianzanalyse
  • Klassierverfahren für Last-Zeitfunktionen
    • Spannenpaar, Rainflow
  • Beanspruchungsstatistik und Lastannahmen
    • Beanspruchung gegen Festigkeit
    • Nutzungsvariabilität und Testszenarien
  • Herleitung und Synthese von Bemessungsgrundlagen
    • Erstellung von Prüfszenarien
  • Hochrechnung von Feldausfällen und Garantiedaten
  • Sonderereignisse und Extremstatistik