Neues GPI-2 Release verbessert Kommunikation in großen HPC-Systemen
Mit dem neuen GPI-2 Release 1.8.0 präsentiert das Fraunhofer ITWM auf der SC26 eine Weiterentwicklung seines Programmiermodells für effiziente und skalierbare HPC-Anwendungen. GPI-2 ermöglicht es, Kommunikation und Berechnungen weitgehend parallel auszuführen und damit auch große verteilte Simulationen effizient zu bearbeiten. Die neue Version unterstützt zusätzliche Netzwerktechnologien und verbessert den Start großer Rechenjobs mit vielen Prozessen.
Neu ist zudem eine Funktion zur Laufzeitanalyse: Anwendungen lassen sich während der Ausführung untersuchen, ohne dass der Programmcode zuvor neu kompiliert werden muss. Die Ergebnisse können direkt mit gängigen Visualisierungswerkzeugen ausgewertet werden. Das erleichtert es, Leistungsengpässe in großen HPC-Anwendungen zu erkennen und die Programme gezielt zu optimieren.
GaspiLS beschleunigt zeitabhängige Simulationen
Auch die am Fraunhofer ITWM entwickelte Löserbibliothek »GaspiLS« wurde weiterentwickelt. Bei zeitabhängigen Simulationen müssen über viele aufeinanderfolgende Rechenschritte hinweg ähnliche Gleichungssysteme gelöst werden, beispielsweise bei Strömungs- oder Reservoir-Simulationen. GaspiLS nutzt diese Ähnlichkeit gezielt und kann bereits berechnete Strukturen in nachfolgenden Rechenschritten wiederverwenden. Dadurch sinkt der Rechenaufwand, und insbesondere die zeitintensive Vorbereitung der einzelnen Lösungsschritte lässt sich deutlich verkürzen.
Wie groß der Effekt sein kann, zeigt ein Benchmark aus der Reservoir-Simulation mit rund einer Million Zellen: Dort erreichte GaspiLS über die getesteten Prozesszahlen hinweg eine bis zu doppelt so hohe Geschwindigkeit gegenüber den verwendeten Vergleichsverfahren. Für komplexe transiente Simulationen eröffnet dies die Möglichkeit, Rechenressourcen effizienter zu nutzen und Ergebnisse schneller bereitzustellen.