Wir trauern um unseren Kollegen und Mitarbeiter Dr. Heiko Andrä
Nachruf Dr. Heiko Andrä
In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Kollegen PD Dr. Heiko Andrä, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Abteilung »Materialsimulation« am Fraunhofer ITWM. Er starb am 25. September 2026 nach schwerer Krankheit.
Als international anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der numerischen Mechanik setzte er wichtige Impulse in der Materialforschung und prägte unter anderem mit seinen Arbeiten zur Mikroskalen-Simulation die Forschung zur digitalen Gesteinsphysik (Digital Rock Physics) weit über Deutschland hinaus. Im Rahmen einer langjährigen Kooperation mit der Robert Bosch GmbH machte er gemeinsam mit mehreren seiner Doktorand:innen die Multiskalen-Ermüdungssimulation von Verbundwerkstoffen industriell nutzbar. Selbst als er schon von seiner Krankheit gezeichnet war, gestaltete er die Aktivitäten zum Fraunhofer-Exzellencluster für Programmierbare Materialien (CPM) aktiv mit und trug zu dessen Erfolg bei.
Heiko Andrä wurde am 10. November 1961 geboren, wuchs im Erzgebirge auf, studierte Mathematik und promovierte an der Universität Chemnitz. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands habilitierte er bei Prof. Schnaak im Fach Technische Mechanik am Karlsruher Institut für Technologie KIT. Anschließend wirkte er mehr als 25 Jahre am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Hier war er maßgeblich am Aufbau und Wachstum der Abteilung »Strömungs- und Materialsimulation« (SMS) beteiligt, für die er viele Jahre auch als stellvertretender Abteilungsleiter die Materialsimulation mitverantwortete. Seine wissenschaftlichen Impulse trugen erheblich zur Ausgründung der Math2Market GmbH sowie die Entwicklung ihrer Software GeoDict bei.
Sein Handeln war stets vorausschauend und empathisch, er trieb neue Methoden und Techniken voran und gestaltete so den sich durch die Digitalisierung bedingten Strukturwandel in der Materialforschung aktiv mit. Die Ausbildung und Förderung der wissenschaftlichen Nachwuchskräfte waren ihm ein besonderes Anliegen, dem er sich als Privatdozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sowie als Betreuer und Ratgeber von zehn Doktorand:innen von Herzen widmete.
Seine große Expertise, seine kluge, sehr systematische und immer kooperative Arbeitsweise haben seine Kolleg:innen am Fraunhofer ITWM nachhaltig beeinflusst. Sein wissenschaftliches Wirken, seine Ideen und Erkenntnisse werden weit über sein eigenes Arbeiten hinaus wirken und die Forschung im Schwerpunkt Materialsimulation und dem gesamten Fraunhofer ITWM weiterhin prägen.
Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl. Wir trauern um einen besonderen Kollegen und herausragenden Wissenschaftler, den wir sehr vermissen werden.