Unser methodischer Ansatz: Bayes-Statistik und Monte-Carlo-Simulation
Für das Diagnose-Tool kombinieren wir Bayesianische Modelle mit Monte-Carlo-Algorithmen. Diese mathematischen Verfahren ermöglichen es, auch bei unvollständigen oder unsicheren Angaben belastbare Wahrscheinlichkeiten zu berechnen. So werden Daten von Patient:innen, bekannte Symptomverteilungen und medizinisches Vorwissen intelligent miteinander verknüpft. Je mehr Informationen verfügbar sind, desto präziser sind die Ergebnisse – das Modell kann also mit neuen medizinischen Daten kontinuierlich verbessert werden.
Eine besondere Herausforderung liegt in der Erfassung und Modellierung der Symptome: In der ersten Projektphase konzentrierte sich das Team auf eine kleinere Gruppe seltener Stoffwechselkrankheiten, um die Aufgabe handhabbar zu machen. Die Studentin Chiara Freitag arbeitete sich für ihre Bachelorarbeit tief in die Symptomatiken ein und strukturierte die verfügbaren Daten aus Sicht der Betroffenen – also so, wie Symptome typischerweise wahrgenommen und angegeben werden. Denn viele Patient:innen haben nicht alle Symptome oder kennen manche gar nicht, weil sie nur durch spezielle Untersuchungen festgestellt werden. Das stochastische Modell muss daher mit unvollständigen und unsicheren Daten umgehen, gleichzeitig aber Vorwissen über Symptomwahrscheinlichkeiten integrieren, um möglichst verlässliche Aussagen über wahrscheinliche Krankheitsbilder zu treffen.