Jahr der Mathematik

Sechs Tage Mathematik nonstop

Presseinformation / 6.6.2008

„Im Jahr der Mathematik wollen wir uns verstärkt für eine anwendungsorientierte Mathematik im Schulbereich engagieren“, so das Credo von Professor Dr. Dieter Prätzel-Wolters, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern. Gesagt und getan. Neben dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz förderte auch das Fraunhofer-Institut die 16. Mathematische Modellierungswoche, die seit 1993 jährlich vom Fachbereich Mathematik der Technischen Universität Kaiserslautern veranstaltet wird.

An der Modellierungswoche, die vom 1. bis 6. Juni in der Pfalzakademie Lambrecht stattfand, nahmen 40 mathematisch interessierte Oberstufenschüler, 16 Mathematik-Lehrkräfte aus ganz Rheinland-Pfalz sowie acht wissenschaftliche Mitarbeiter des Fachbereichs Mathematik sowie externer Institutionen teil.

Sechs Tage lang arbeiteten die Teilnehmer in Teams von jeweils fünf Schülern und zwei Lehrkräften unter Anleitung eines wissenschaftlichen Betreuers an praxisrelevanten Fragen wie etwa der Wirtschaftlichkeit von überbuchten Flügen, der Erstellung eines Gesamtstundenplans für eine Schule oder der Generierung neuartiger 2D-Pixel-Mosaike.

„Aus den interdisziplinär angelegten Aufgabenstellungen wurden mit Methoden der mathematischen Modellierung praktisch nutzbare Lösungen erarbeitet. Dies entspricht auch der Herangehensweise am Fraunhofer ITWM, dessen Engagement für die Modellierungswoche eine Bereicherung darstellte“, führt Dr. Martin Bracke, Leiter der Mathematischen Modellierungswoche, aus.

Mitarbeiter des Fraunhofer ITWM nahmen dann auch an der Abschlusspräsentation teil, ebenso wie Barbara Mathea, Leiterin der Abteilung Gymnasien des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz.

„Selbst Ex-Radprofi Udo Bölts ließ es sich unter der Woche nicht nehmen, die Arbeitsgruppe, die sich mit der optimalen Krafteinteilung beim Rennrad fahren auseinandersetzte, für zwei Stunden mit Rat und Tat zu unterstützen“, so die Mathematikerin Dr. Simone Göttlich.

Zum Ausgleich für die sehr intensiven Arbeitsphasen während der Modellierungswoche – oft wurde bis in die Nacht gearbeitet – ging es am Mittwoch Nachmittag nach Kaiserslautern an das Fraunhofer ITWM. Dort präsentierten sich den interessierten Schülern und Lehrern die Abteilungen Bildverarbeitung und Transportvorgänge sowie das Rechenzentrum des Instituts. Abschließend berichtete Professor Ralf Korn, Dekan des Fachbereichs Mathematik, TU Kaiserslautern, vom ‚Mathematikstudium made in Kaiserslautern’.

Modellierungswoche fördert Kreativität

„Das mathematische Modellieren fördert die Kreativität der Schüler viel mehr als das alleinige Erlernen komplexer mathematischer Strukturen“, bekräftigt Martin Bracke. Dass sechs Tage Mathematik nonstop für den einen oder anderen Schüler dann doch eine viel zu kurze Zeit war, ist dann auch in den Feedbackbögen nachzulesen. ‚Verlängerung’ steht dort vielfach groß geschrieben.

Vom 28. September bis 3. Oktober 2008 findet in Garmisch-Partenkirchen eine weitere, von der Fraunhofer Gesellschaft geförderte Modellierungswoche statt. Es handelt sich um die die erste Veranstaltung dieser Art in Bayern. Sie wird gemeinsam von Mitarbeitern der Fachbereiche Mathematik der TU Kaiserslautern und TU München durchgeführt.