Modellbildung und Planungsassistenz in der Psychotherapie

Projekt IDSAIR: Entwicklung von Instrumenten für die dynamische Systemanalyse in der Resilienzforschung

Die Resilienzforschung befasst sich zentral mit der Analyse und Prognose der komplexen Prozesse, die eine Aufrechterhaltung oder rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach Stressbelastung ermöglichen. Dies erfordert die qualifizierte Auswertung der erhobenen medizinischen Daten und deren zielgerichtete Nutzung im Sinne einer optimalen individuellen Patientenbetreuung.
 

Profunde Prädikation und Therapie psychischer Erkrankungen

Die Projektziele von IDSAIR sind die Entwicklung von Prädiktionsmodellen für psychische Erkrankungen und einem Planungsassistenten für deren zielgerichtete Behandlung. Die Prädikationsmodelle ermöglichen eine patientenspezifische Abschätzung des stressbedingten Erkrankungsrisikos. Der Planungsassistent unterstützt behandelnde Ärzte und Therapeuten bei der leitlinienkonformen Auswahl geeigneter Diagnostiken und Therapien.

KI-basierte Datenanalyse und wissensbasierte Entscheidungsunterstützung

Zur Entwicklung der Prädiktionsmodelle durchlaufen OMICS-Daten aus Genom, Transkriptom usw. zunächst eine Vorverarbeitung und Downstream-Analyse. Anschließend erfolgt eine Mustererkennung mit Methoden des überwachten und nicht-überwachten maschinellen Lernens, auf deren Resultaten die Modelle etabliert werden. Für die softwareassistierte Behandlungsplanung wird ein Datenmodell mit den entscheidungsrelevanten Fallparametern entwickelt. Therapieleitlinien werden in ein softwarekompatibles Format überführt und als medizinische Wissensbasis bereitgestellt. Auf dieser Informationsgrundlage ermittelt der Planungsassistent für einen Patientenfall mittels Prädikatenlogik und mehrkriterieller Entscheidungsfindung die individuell passenden Behandlungsmöglichkeiten. Ärzten wird auf diese Weise die zeiteffiziente Planung von qualitativ hochwertigen Therapien ermöglicht.

Projektpartner

Leibniz-Institut für Resilienzforschung

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz.